Wie schreibt man das noch schnell?
Kennen Sie das? Die richtige Schreibweise mancher Wörter will einfach nicht in unseren Kopf. Immer und immer wieder muss man ein und dasselbe Wort im Duden oder ÖWB nachschlagen. Mühsam! Wir können Sie beruhigen, auch uns Lektorinnen geht es hin und wieder so. Mit einigen Schreibweisen stehen wir einfach auf Kriegsfuß und sooft wir auch nachschlagen, beim nächsten Mal wiederholt sich das Prozedere von vorn – trotz sorgsam erdachter Eselsbrücken, Post-its rund um den Arbeitsplatz und des Versuchs, die verhassten Wörter bewusst oft zu verwenden.
Ein kleines Best-of der „Wie schreibt man noch schnell …?“-Wörter von dddj:
Irene
Patrouille: Allein beim Verfassen dieses Textes habe ich mich dreimal vergewissert, ob ich das Wort richtig geschrieben habe. Zugegeben, allzu oft kommt es im täglichen Sprachgebrauch nicht vor, doch gerade bei der Arbeit für ein bekanntes Einsatzkräftemagazin landet die Patrouille doch öfter, als mir lieb ist, im Duden-Suchfeld.
Mine/Miene: Ja, es ist der Klassiker. Jahrelang hat er mich bei meiner Lektoratsarbeit begleitet. Mittlerweile hilft mir die Eselsbrücke in Form von Mienenspiel dabei, den Gesichtsausdruck von der Grube zu unterscheiden.
Nutznießer:in: Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst an Allergien leide und deshalb eher an einen nützlichen, weil erleichternden Nieser denke als an eine Person, die ohne ihr Zutun von etwas profitiert.
Kalibrieren: Auch hier zur Sicherheit noch einmal schnell nachgeschlagen, ob es nicht doch ein zweites l braucht. Dass sich das Wort – no na net – von Kaliber ableitet, wie mir der Duden soeben verraten hat, könnte mir in Zukunft vielleicht ein hilfreicher Reminder sein.
Felicitas
galoppieren: Da geht es gern mit mir durch und vor lauter Schwung und Übermut juckt es mich, ein zweites l zu setzen. Aber nein: Im vollen Lauf würden sich die beiden l viel zu leicht ineinander verheddern, und schon wäre man auf der Schnauze gelandet. Deshalb lieber alles klar halten und beim Galoppieren immer nur ein l schreiben.
Grießbrei: Ja, gut, das Wort schreibe ich wirklich nicht oft. Brei gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Immerhin hab ich mir inzwischen gemerkt, dass er anders geschrieben wird als der Grazer Bezirk Gries …
Trip: Ein guter Tipp – auch wenn’s nicht danach klingt: Den Trip schreibt man anders als ebendiesen. Und diese Eselsbrücke brauche ich auch wirklich jedes Mal wieder.
Wermutstropfen: Stimmt schon. Wo er vorkommt, ist die Wehmut auch nicht weit. Aber trotzdem ist es der bittere Beigeschmack des Wermuts, der sich hier breitmacht.
Eva
Hämorrhoide: Erst eine Rhythmisierung des Worts hat mir nachhaltig geholfen, mir zu merken, wie es geschrieben wird. Stellen Sie sich vor, jemand schreit Folgendes so, als würde ein Sportteam bei einem Wettkampf angefeuert: „Hämo – er, er – ha – oide!!!“ Vielleicht klappt es so auch bei Ihnen.
der Teller: der/die/das Joghurt und der/die/das Teller? Im Oberösterreichischen ist der Gebrauch von „das Teller“ quasi normal. Als Germanistin und Lektorin habe ich mit dieser Prägung jedoch zu kämpfen.
das Radio: Gleiches hier. „Drah ’n Radio leiser!“ war eine häufig gehörte Aufforderung im Maskulinum, wie das „’n“, kurz für „den“, anzeigt. Dass es korrekterweise „das Radio“ heißen soll, kann ich bis heute schwer glauben.
die Butter: Aller falschen Dinge sind drei. Dass einem „der Butter“ gereicht wird, ist in vielen Gegenden Oberösterreichs üblich. Wenn ich spreche, verwende ich für Teller, Radio und Butter noch immer häufig das Genus meiner Kindheit.
Reparatur: Ja, tatsächlich, ein schwieriges Wort für mich! Beim Sprechen klingt das a eher verwaschen, fast wie „Reperatur“. Vielleicht ist das der Grund, warum ich bei diesem Wort aufpassen muss.
Der Duden listet die rechtschreiblich schwierigen Wörter übrigens alphabetisch auf. Unter J sind auch wir zu finden. Die Schreibweise der „durch Zusetzen bestimmter Milchsäurebakterien gewonnenen Art Sauermilch“ bereitet uns jedoch keine Probleme.